Beteiligung ist ein Kinderrecht!

Die Vertragsstaaten sichern dem Kind, das fähig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Meinung in allen das Kind berührenden Anelegenheiten frei zu äußern, und berücksichtigen die Meinung des Kindes angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife.

Art. 12 Abs. 1 UN-Konvention über die Rechte des Kindes

Die Umsetzung dieses Rechts der UN-Kinderrechtskonvention ist uns ein wichtiges Anliegen. Die Möglichkeit, mitzureden und mitzubestimmen zeigt Kindern und Jugendlichen, dass sie und ihre Belange ernst genommen werden. Kinder und Jugendliche sind Expert*innen ihrer Lebenswelt und entwickeln sich durch das Erleben von Beteiligungsprozessen zu kritisch denkenden und verantwortungsbewussten Persönlichkeiten.

Kinder- und Jugendbeteiligung in Mainz – ein Prozess

  • 1996: Antrag der FDP zum Thema „Jugendstadtrat
  • 1999/2000: „Jugend spricht für sich“ und „Jugend spricht für sich on Tour“ starten
  • 2007: Antrag „Kinder- und Jugendparlament“ im JHA abgelehnt.
  • 2010: Projektstart von „jungbewegt – Dein Einsatz zählt“ über Ministerium und Bertelsmann-Stiftung, bei dem Mainz eine der vier Modellregionen ist.
  • 2011: Durchführung einer Umfeldanalyse, in der der SJR als wichtiger Akteur in puncto Kinder- und Jugendbeteiligung angesehen wird.
  • 2012: Die städtischen Ausschüsse erteilen den Auftrag zur Entwicklung eines Konzeptes für Kinder- und Jugendbeteiligung in Mainz. Der SJR stellt daraufhin eine Honorarkraft ein, die knapp 600 Kinder und Jugendliche in Mainz befragt, wie diese sich Beteiligung wünschen. Das Ergebnis der Fragebogen-Aktion sowie der Workshops ist, dass Kinder über Stadtteilfragen, Jugendliche auch stadtweit, mitbestimmen wollen. Delegierte Kinder und Jugendliche wollen außerdem ihre Interessen in den städtischen Gremien vertreten.
  • 2013: Mit einer Steuerungsgruppe, die aus dem SJR, den jugendpolitischen Sprecher*innen und Vertreter*innen der Sozialverwaltung besteht, wird intensiv über ein allgemeines Konzept zur Etablierung einer stadtweiten Beteiligungsstruktur beraten. In diesem sollen Kinder und Jugendliche bestärkt werden, sich gesellschaftlich zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen.
  • 2017: Der vom Stadtjugendring Mainz gestellte Antrag bei Aktion Mensch wird nach mehrmaligem intensiven Überarbeiten leider abgelehnt. Bis auf weiteres bleibt ein „Kinder- und Jugendbüro“ in Mainz außer Sicht.
  • Ende 2017 tagte die Steuerungsgruppe (Verwaltung, Parteien, SJR) mit dem Ergebnis, dass nach 4-jährigem Prozess, endlich ab 2018 eine Stundenaufstockung im Jugendamt erfolgen soll, um erste Schritte für ein Kinder- und Jugendbüro einzuleiten.
  • Ab 2019 soll eine 30-Stunden Stelle im Jugendamt kompensatorisch eingerichtet werden, um ein Kinder- und Jugendbüro endlich zu starten. Allen Beteiligten ist klar, dass es hier nicht zur Umsetzung der Konzeption der Steuerungsgruppe kommen wird, da diese politische Partizipation implementiert. Da der Prozess nicht statisch zu betrachten ist, erscheint das der erste Schritt, der dann weiterentwickelt werden soll.
  • 2020: Die „Konzeption für Kinder- und Jugendbeteiligung“ wird von der Steuerungsgruppe finalisiert.
  • 2021: Der Jugendhilfeausschuss verabschieder die „Konzeption für Kinder- und Jugendbeteiligung“ in seiner Sitzung am 26.01.2021. (vgl. Artikel in der Allgemeinen Zeitung vom 05.02.2021)